Freiraum von Wiedeki
Pilotfamilie werden
Warum ich Freiraum baue

Ich möchte Kindern und Jugendlichen Technik nicht wegnehmen.

Im Gegenteil. Ich weiß aus meinem eigenen Leben, wie viel sie einem Kind geben kann. Reduzieren möchte ich etwas anderes: suchtartige Nutzungsmuster.

Porträt von Johannes Wiedemann, Gründer und Entwickler von Freiraum

Johannes Wiedemann Gründer und Entwickler von Freiraum. Softwareentwickler, Student der Wirtschaftsinformatik an der Universität Bamberg und dort in der Dean’s List der Fakultät, den besten zwei Prozent eines Jahrgangs. Wohnhaft und tätig in Deutschland.

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Als ich ungefähr in dem Alter war, in dem Kinder und Jugendliche heute ihr erstes Smartphone bekommen, habe ich angefangen zu programmieren.

Rückblickend war das kein besonders eleganter Prozess. Ich habe Dinge ausprobiert, die nicht funktionierten, Fehlermeldungen gelesen, die ich nicht verstand, und irgendwann lief ein kleines Spiel, das ich selbst gebaut hatte. Dieses Gefühl, etwas existiert, weil ich es gemacht habe, hat mehr mit mir gemacht als jede Schulstunde in diesem Zeitraum.

Technik war für mich deshalb nie etwas, das man konsumiert. Sie war etwas, an dem man scheitert, weitermacht und am Ende versteht. Programmieren hieß: ausprobieren, ein Problem zerlegen, sich selbst Fähigkeiten aneignen, neugierig bleiben.

Später habe ich angefangen, dieses Wissen zu teilen. Ich habe auf YouTube gezeigt, wie man mit Python programmiert, wie man Spiele baut, wie ein neuronales Netz funktioniert. Einzelne dieser Tutorials wurden zehntausendfach angesehen, von Leuten, die vermutlich genau an dem Punkt standen, an dem ich vorher stand.

Zeichnung: Ein Junge sitzt am Laptop und programmiert ein selbstgebautes Spiel. Daneben ein Skizzenheft mit dem Entwurf dazu, dahinter Symbole für Zahnrad, Musik und einen Pflanzentrieb.
Technik als etwas, mit dem man etwas macht.

Der entscheidende Unterschied

Deshalb bin ich der Letzte, der behaupten würde, Kinder und Jugendliche sollten weniger mit Technik zu tun haben.

Aber zwischen einem Computer, mit dem man sein erstes eigenes Spiel programmiert, und einem Feed, dessen Geschäftsmodell möglichst viele Minuten Aufmerksamkeit sind, besteht ein entscheidender Unterschied. Beides läuft auf demselben Gerät. Beides sieht für ein Kind zunächst gleich aus. Und nur eines davon ist darauf ausgelegt, dass man nicht aufhört.

Ich möchte nicht akzeptieren, dass „digitale Freiheit“ bedeuten muss, einem Kind von Anfang an beides ununterscheidbar in die Hand zu geben. Nicht, weil ich Kindern und Jugendlichen misstraue, sondern weil ich weiß, wie viel Arbeit auf der anderen Seite in diese Produkte fließt.

Freiraum ist mein Versuch, beides zusammenzubringen: die Möglichkeiten von Technologie und einen Rahmen, in dem Kinder und Jugendliche lernen können, selbst mit ihr umzugehen.
Wofür ich stehe, und wofür nicht

Ich bin kein Kinderarzt.

Das ist keine Bescheidenheitsfloskel, sondern eine wichtige Abgrenzung.

Ich bin Softwareentwickler und Wirtschaftsinformatikstudent, kein Kinderarzt, kein Psychologe, kein Pädagoge. Deshalb stützt sich Freiraum bei gesundheitlichen und entwicklungsbezogenen Fragen nicht auf meine persönliche Meinung, sondern auf Empfehlungen und Forschung aus Pädiatrie, Psychologie und Wissenschaft. Diese Quellen sind offen einsehbar.

Was ich beitragen kann, ist die andere Hälfte: verstehen, wie diese Produkte technisch gebaut sind, und etwas dagegensetzen, das im Familienalltag tatsächlich funktioniert. Ich kann Ihnen sagen, wie eine Regel zuverlässig auf ein Android-Gerät kommt. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viel Bildschirmzeit für Ihr Kind gesund ist, das besprechen Sie besser mit Ihrer Kinderärztin.

Die verwendeten Quellen ansehen

Hintergrund

Warum ausgerechnet ich mich damit beschäftige.

Diese Punkte stehen hier nicht als Auszeichnungen, sondern als Antwort auf eine berechtigte Elternfrage: Woher kommt das Interesse dieses Menschen an diesem Thema?

  1. Schulzeit

    Erste eigene Programme

    Programmieren als Hobby, das schnell zu eigenen Projekten wurde, kleine Spiele, Werkzeuge, Experimente.

  2. 2018 und 2019

    Zweimal Bundeswettbewerb Informatik

    Teilnahme an den Runden 2018/19 und 2019/20, mit einem eigenen Wettbewerbsbeitrag zur zeitbedingten Wegoptimierung in einer polygonförmigen Umgebung. Dabei Einzug in die Vorfinalrunde, die zweite Runde vor dem Bundesfinale.

  3. Januar 2019

    Camp am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam

    Einladung zu einem mehrtägigen Informatik-Camp am Hasso-Plattner-Institut, noch während der Schulzeit.

  4. 2019

    Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz

    Teilnahme am BWKI sowie Abschluss des Kurses „Elements of AI“ der Universität Helsinki.

  5. Seit der Schulzeit

    Programmierwissen auf YouTube

    Tutorials zu Python, Spieleentwicklung, neuronalen Netzen und eigenen Softwareprojekten. Einzelne Videos wurden zehntausendfach aufgerufen.

  6. Heute

    Wirtschaftsinformatik und eigene Software

    Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Bamberg, aufgenommen in die Dean’s List der Fakultät. Diese Liste führt die besten zwei Prozent eines Jahrgangs. Daneben laufend eigene Software- und KI-Projekte, und Freiraum.

Was daraus folgt

Ich habe nicht angefangen, mich mit Technik zu beschäftigen, weil ich ein Produkt für Eltern verkaufen wollte. Es war andersherum: Weil ich seit Jahren an Software arbeite und ziemlich genau verstehe, wie Aufmerksamkeit in digitalen Produkten hergestellt wird, halte ich es für unfair, diese Aufgabe allein Zwölfjährigen zu überlassen.

Freiraum ist der Versuch, das technische Verständnis auf die Seite der Familien zu stellen.

Ein Wort zur Größe des Ganzen: Hinter Freiraum steht derzeit kein Team und keine Investorenrunde, sondern eine Person, die das Produkt selbst baut. Für Sie hat das einen Nachteil, es geht langsamer, und einen Vorteil: Wenn Sie in der Pilotphase eine Frage haben, antwortet Ihnen die Person, die den Code geschrieben hat.

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen mit großen Entwicklungsteams, deren Produkte darauf ausgelegt sind, Aufmerksamkeit möglichst lange zu halten. Dieses Verhältnis ist ungleich, und ich tue nicht so, als wäre es das nicht. Es braucht aber kein großes Team, um einem Kind 45 verlässliche Minuten zu geben. Es braucht jemanden, der versteht, wie die andere Seite gebaut ist.

Sie haben eine Frage? Schreiben Sie mir.

In dieser Phase ist mir jedes ehrliche Gespräch mit Eltern mehr wert als jede Marketingmaßnahme, auch wenn am Ende herauskommt, dass Freiraum für Ihre Familie nicht das Richtige ist.

Johannes